Handeln. Für morgen!

    Handeln. Für morgen!

    Tarifrunde ÖD der Länder 2021

    Warnstreiks werden ausgeweitet

    Diese Woche Ausweitung der Warnstreiks im öffentlichen Dienst auch in Südbaden und am Bodensee!
    Han­deln. Für mor­gen! ver.di Han­deln. Für mor­gen!  – Ta­rif- und Be­sol­dungs­run­de öf­fent­li­cher Dienst der Län­der 2021


    Diesen Montag Heimsonderschulen im Streik!
    Mittwoch Kundgebung auf Augustinerplatz in Freiburg!
    Stationsschließungen in Psychiatriekrankenhäuser!

    In der Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder wird ver.di den Druck auf die Arbeitgeber in dieser Woche deutlich erhöhen. Die Gewerkschaft ruft heute am Montag die drei Heimsonderschulen in Stegen, Wasser und Waldkirch zu einem ganztägigen Streik auf.

    Am Mittwoch kommt es zu einem Streikhöhepunkt in Freiburg. Um 11.00 Uhr findet eine Demo durch Freiburg zur Regierungspräsidentin statt. Dort wird eine Protestnote der Streikenden aus zahlreichen Landesdienststellen überreicht. Auf der Kundgebung um 11.45 Uhr auf dem Augustinerplatz werden hunderte Beschäftigte aus weiteren Dienststellen des Landes wie Universität, Regierungspräsidium, Krankenhäuser und Studierendenwerk erwartet. Erstmals werden ganze Stationen in den Zentren für Psychiatrie geschlossen. Ein Notdienst gewährleistet die Patientenversorgung.

    Am Donnerstag gibt es einen ganztägigen Warnstreik auf der Reichenau im Zentren fürs Psychiatrie. Die dritten Verhandlungen sind Ende dieser Woche in Potsdam vorgesehen.

    Hanna Binder, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin wird auf einer Kundgebung am Mittwoch in Freiburg erwartet: „Die Steuerschätzung dürfte alle Erwartungen der Verantwortlichen für den Landeshaushalt weit übertroffen haben. Das gibt der Landesregierung die Möglichkeit, sich jetzt endlich ernsthaft mit den Erwartungen der eigenen Beschäftigten auseinanderzusetzen. Es gibt keinen einzigen Grund mehr, ihnen ein anständiges Angebot mit strukturellen Komponenten zu verweigern.“

    Auf der gestrigen Ministerpräsident*innen-Konferenz haben die Länder einhellig bekräftigt, dass aufgrund der dramatischen Situation „bessere Rahmenbedingungen und eine bessere Entlohnung in der Pflege keinen weiteren Aufschub dulden. Die Regierungschefinnen und -chefs müssen das jetzt umgehend ihrer eigenen Verhandlungsführung klarmachen. Und alle auf der Arbeitgeberseite müssen endlich verstehen, dass es uns mit unserer Forderung nach 300 Euro mehr um alle Berufsgruppen in den Zentren für Psychiatrie geht. Denn die Arbeit in den Psychiatrien ist Teamarbeit“, so ver.di.

    Weitere Informationen:

    ver.di Baden-Württemberg hat die Aktionen im Land in dieser Tarifrunde unter das Motto „wir brauchen the Cäsh“ gestellt, in Anspielung auf die Landeskampagne „Willkommen in the Länd“. thecaesh.de

    ver.di fordert für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder eine Einkommenserhöhung um fünf Prozent, mindestens aber 150 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Beschäftigte des Gesundheitswesens sollen tabellenwirksam monatlich 300 Euro mehr erhalten. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 Euro angehoben werden.

    Verhandelt wird für rund 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte (940.000 Vollzeitstellen) und 48.000 Auszubildende im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen). Das Tarifergebnis soll zudem zeit- und inhaltsgleich auf die 1,2 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie rund 880.000 Versorgungsempfänger im Bereich der Länder sowie 175.000 Beamtinnen und Beamte und 120.000 Versorgungsempfänger im Bereich der Kommunen übertragen werden (Angaben ebenfalls ohne Hessen).

    ver.di führt die Tarifverhandlungen gemeinsam mit den DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU sowie in einer Verhandlungsgemeinschaft mit dem dbb beamtenbund und tarifunion. Die Verhandlungen werden in dritter Runde am 27. und 28. November 2021 in Potsdam fortgesetzt.

    In Baden-Württemberg sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes von 2020 rund 325.000 (Vollzeitäquivalente 275.000) Beschäftigte von den Tarifverhandlungen direkt oder indirekt betroffen. Etwa 189.000 sind Beamte, rund 136.000 Angestellte. Rund 48.000 Beamte oder Angestellte sind befristet.

    Allein bei den Zentren für Psychiatrie arbeiten rund 10.000 Beschäftigte.

    Gut 27.000 Beschäftigte der Unikliniken fallen nicht unter den Tarifvertrag der Länder.

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