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    Gescheiterte Tarifverhandlungen beim Deutschen Roten Kreuz

    DRK-Tarifrunde 2020

    Gescheiterte Tarifverhandlungen beim Deutschen Roten Kreuz

    350 Beschäftigte aus ganz Baden ziehen „Fünf vor Zwölf“ vor den Landesverband – auf Fotos!
    350 Beschäftigte aus ganz Baden ziehen „Fünf vor Zwölf“ vor den Landesverband – auf Fotos! ver.di 350 Beschäftigte aus ganz Baden ziehen „Fünf vor Zwölf“ vor den Landesverband – auf Fotos!


    Mit einem kreativen Protest trotzen jetzt gut 350 Beschäftigte des Deutschen Roten Kreuz aus ganz Baden der Corona Pandemie und zeigen für ihre Forderungen im Tarifkonflikt zwischen ver.di und der Bundestarifgemeinschaft DRK Gesicht.

    „Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen ist der Ärger bei unseren Kolleginnen und Kollegen sehr groß.“ sagt Gewerkschaftssekretär Michael Herbstritt von ver.di Südbaden Schwarzwald. Von Säckingen, der Ortenau bis Karlsruhe wollten die Beschäftigte des Roten Kreuzes vor den Landesverband ziehen und ihrem Protest über die Verweigerungshaltung der Bundestarifgemeinschaft des DRK Ausdruck verleihen.

    “Aus Respekt gegenüber den bundesweit beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben wir uns entschlossen, eine kreative Alternative zu einem Massenprotest zu initiieren“ sagt Gewerkschaftssekretärin Vanessa Seth von ver.di Mittelbaden-Nordschwarzwald, die sich über die Beteiligung von fast allen 17 Kreisverbänden und gGmbHen sehr freut. „Es fällt auf, dass sich in dieser Tarifrunde weit mehr Einrichtungen beteiligen, als dass die letzten Jahre der Fall war“, so Seth weiter.

    „Unsere Aktion, „Fünf vor Zwölf“ macht deutlich, dass die Schlichtung ein letzter Versuch ist sich ohne Arbeitskampfmaßnahmen zu einigen. Die Beschäftigten erwarten hier eine klare Kurskorrektur der Arbeitgebervertreter, besonders in den Fragen der Aufwertung der Notfallsanitäter_in und der gekündigten Zulagen“ so Herbstritt.

    Am 27./28.01.2021 soll ein Schlichtungsverfahren eine gütliche Einigung der Tarifvertragsparteien erzielen. Beide Parteien haben danach die Möglichkeit in Absprache mit ihren Mitgliedern diesen Kompromiss anzunehmen. Sollte dies nicht sein, stehen Arbeitskampfmaßnahmen besonders im Rettungsdienst im Raum. Für die Schlichtung hat die Arbeitgeberseite Herrn Prof. Dr. Martin Henssler berufen, die Gewerkschaft ver.di die frühere Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Frau Andrea Nahles.

    Die Tarifgespräche zwischen ver.di und dem DRK wurden von Seiten der Bundestarifgemeinschaft DRK am 27.11.20 als gescheitert erklärt und die Schlichtung angerufen. Bis nach der Schlichtung herrscht nun Friedenspflicht. Ver.di begleitet diese Zeit jedoch bundesweit mit kreativen Aktionen.

    Hintergrund:

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert für die Tarifbeschäftigten beim DRK eine Tarifsteigerung von 5,5 Prozent, mindestens aber 150 Euro für 12 Monate. Auch die Ausbildungsvergütungen sollen um 150 Euro monatlich steigen. Beim Deutschen Roten Kreuz arbeiten insgesamt rund 150.000 Menschen. Nur ein Drittel ist über die Bundestarifgemeinschaft DRK tarifgebunden Eine zusätzliche Aufwertung müsse es insbesondere für die Notfallsanitäter und –sanitäterinnen, sowie den Alten- und Krankenpflegerinnen und -pflegern geben, so die Gewerkschaft. Je nach Beschäftigungszeit sollen Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter zwischen 70 Euro und 750 Euro monatlich mehr erhalten. Für examinierte Kräfte in der Alten- und Krankenpflege fordert ver.di eine zusätzliche Aufwertung über eine monatliche Pflegezulage von 300 Euro. Neu in den Tarifvertrag aufgenommen werden soll eine Gefahrenzulage von 35 Prozent bei Arbeiten mit infektiösen Patientinnen und Patienten. Die Beschäftigten beim Deutschen Roten Kreuz arbeiten in den Bereichen Senioren; Gesundheit und Prävention; Kinder, Jugend und Familie, Behindertenhilfe, existenzsichernde Hilfen, Migration, Integration und Teilhabe, Erste Hilfe und Notfallrettung; Bevölkerungsschutz und der Bildungsarbeit.