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ver.di fordert, Kita-Beschäftigte nicht alleine zu lassen

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ver.di fordert, Kita-Beschäftigte nicht alleine zu lassen

ver.di Baden-Württemberg fordert die Kommunen, kirchlichen und freien Träger als Betreiber der Kindertagesstätten auf, ihre Beschäftigten, insbesondere Erzieher*innen und Kinderpfleger*innen, in der Krise nicht alleine zu lassen.

Hanna Binder, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin: „Die pädagogischen Fachkräfte in den Kitas leisten gerade einen riesigen Job. Sie garantieren die Betreuung der Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen ohne selbst als systemrelevant wahrgenommen zu werden. Dabei sind sie, trotz verschiedener Schutzmaßnahmen, täglich der Gefahr von Ansteckungen ausgesetzt. Denn Kinder halten sich nicht immer an die Niesetikette und lassen sich auch nicht mit anderthalb Meter Abstand trösten.“

Derzeit haben viele Kindertagesstätten im Land für Notgruppen geöffnet, dementsprechend arbeitet auch ein Großteil des Personals noch vor Ort. Dort wo Einrichtungen oder Gruppen geschlossen wurden, verfahren die Kommunen und Träger sehr unterschiedlich: Teilweise werden Beschäftigte ins Home-Office geschickt, wo sie in der Regel vor- und nachbereitende Arbeiten oder Arbeitsvorgänge wie Portfolio-Erstellung und konzeptionelle Weiterarbeit machen. Zum Teil wird aber auch der Abbau von Überstunden und Urlaub bis hin zum Aufbau von Minusstunden erwartet.

Binder: „Die Kolleginnen und Kollegen sind in dieser auch für sie sehr schwierigen Zeit stark verunsichert. Insbesondere die Frage, ob und wie sie auch für andere Bereiche der Daseinsversorgung verpflichtet werden könnten, treibt sie um. In Zeiten, wo niemand weiß, was noch auf uns zu kommt, ist Vertrauen in den eigenen Arbeitgeber die wichtigste Währung am Arbeitsplatz. Dafür fehlt es noch an verlässlichen Ansagen.“

ver.di Baden-Württemberg weist daraufhin, dass in diesen Wochen die Tarifverhandlungen für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Sozial- und Erziehungsdienst stattgefunden hätten.

„Das Ziel dieser Verhandlungen war, die gesellschaftliche Bedeutung, ja die Systemrelevanz, dieser Berufe stärker in der Eingruppierung widerzuspiegeln. Je länger diese Krise andauert, desto klarer wird uns allen die Bedeutung der Arbeit in den Kitas. Vergessen wir das nicht, wenn die Verhandlungen nach diesem Ausnahmezustand wiederaufgenommen werden“, so Binder.

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