Gesundheit und Soziales

    Verhandlungsergebnis Helios-Konzerntarifvertrag

    Helios Kliniken

    Verhandlungsergebnis Helios-Konzerntarifvertrag

    Pflegezulage verteidigt, 3,8 Prozent mehr Lohn in drei Schritten und 400 Euro Corona-Prämie. ver.di-Mitglieder stimmen über Tarifkompromiss ab
    Wir sind es wert Pascal Klein Verhandlungsergebnis Helios-Konzerntarifvertrag


    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat in der dritten Runde der Tarifverhandlungen beim Klinikbetreiber Helios am Mittwochabend ein Ergebnis erzielt. Die rund 21.000 nicht-ärztlichen Beschäftigten der 34 Kliniken im Geltungsbereich des Helios-Konzerntarifvertrags erhalten demnach insgesamt 3,8 Prozent mehr Geld in 24 Monaten sowie eine Corona-Prämie und im laufenden Jahr einen Corona-Entlastungstag. Betroffen sind ebenfalls die Beschäftigten der Helios Kliniken in Müllheim, Breisach und Titisee Neustadt.

    "Das ist ein ordentliches Ergebnis, das den kreativen Protestaktionen und Warnstreiks zu verdanken ist, mit denen die Beschäftigten an vielen Helios-Standorten Druck gemacht haben", sagte der ver.di-Geschäftsführer Reiner Geis des Bezirks Südbaden Schwarzwald.

    In den kommenden vier Wochen werden die ver.di-Mitglieder bei Helios über die Annahme des Tarifergebnisses abstimmen.

    Vorbehaltlich ihrer Zustimmung steigen die Entgelte ab 1. April dieses Jahres um 1,4 Prozent, im April 2022 um 2,0 Prozent und ab November 2022 um weitere 0,4 Prozent bei einer Vertragslaufzeit bis Ende 2022. Die Ausbildungsentgelte erhöhen sich schrittweise um insgesamt 70 Euro. Für 2021 erhalten die Helios-Beschäftigten zudem eine Corona-Prämie von 400 Euro (Auszubildende 100 Euro) sowie einen zusätzlichen freien Tag als Würdigung der besonderen Situation während der Pandemie. Die Arbeitszeit an den ostdeutschen Helios-Standorten wird ab dem 1. Januar 2023 auf das Westniveau abgesenkt.

    Mit dem Verhandlungsergebnis wird auch die vom Unternehmen gekündigte Regelung zur Pflegezulage zwischen 100 und 300 Euro im Monat wieder in Kraft gesetzt. "Mitten in der Pandemie Gehaltsbestandteile von Pflegepersonen infrage zu stellen, war eine Provokation", sagte ver.di rückblickend. "Sie hat mit dazu beigetragen, dass sich so viele Kolleginnen und Kollegen an Aktionen beteiligten wie in keiner Helios-Tarifrunde zuvor. Für uns war klar: Lohnkürzungen wird es mit uns nicht geben." Stattdessen wird die Zulage nun auf operations- und anästhesietechnische Assistenten ausgeweitet, die ab Anfang nächsten Jahres eine Zulage von 150 Euro im Monat erhalten.